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70.3 St.Pölten 2009







Der erste Wettkampf der Saison





Mit dem Start beim Ironman 70.3 sollte auch meine Wettkampfsaison endlich ins Laufen kommen. Das prominente Starterfeld, all die grossen Namen unseres Sports, da bekam sicher nicht nur ich funkelnde Augen..

Die Vorstellung mit einer Sandra Wallenhorst mithalten zu können, erwies sich allerdings recht schnell als Traum, und aufgewacht bin ich schon nach 200m im Ratzersdorfer See...

Es war ein richtiger Sprung ins kalte Wasser. Vor der ersten Boje schlich sich ein unangenehmes Würgen meinen Hals entlang, das mir die Luft zum atmen ziemlich knapp machte. Die restlichen 1800 Meter der Schwimmstrecke strampelte ich irgendwie nach Luft ringend dahin. Ich war kurz davor, die Nerven völlig weg zu schmeissen, mich in die einladende Wiese zu legen, und einfach ein Eis zu essen...

Da der Ironman 70.3 in St Pölten nun einmal ein ganz wichtiger Trainingswettkampf für mich war, galt es wohl oder übel, die Kröte, welche seit dem Startsprung in meinem Hals steckte, zu schlucken.

Am Rad brauchte ich eine ganze Weile, bis ich sie endlich verdaut hatte – die Kröte!

Spät aber doch fand ich in mein Rennen zurück. Die letzen 60 km der anspruchsvollen Radstrecke genoß ich förmlich mit angenehmen Schmerzen in den Beinen, und dem klebrigen Geschmack auf der Zunge... irgendwie doch bittersüß so eine Kröte…

Auf der Laufstrecke versuchte ich noch einmal alles, was noch irgendwo in meinen Beinchen steckte, abzurufen. Richtig berauschend war meine Performance sicher nicht. Ich war ehrlich heilfroh, als ich die Ziellinie endlich und mit 10 Minuten Rückstand auf die Siegerin überquerte. Der Wettkampf war für mich enttäuschend verlaufen, auch wenn ich mir aus dem vollen Training kommend nicht viel mehr erwarten durfte.

Ich weiß, es wird eine Zeit lang dauern, bis ich die Kröte aus dem Ratzersdorfer See verdaut habe.

Schlussendlich heisst meine Lektion, meine Erwartungen meiner derzeitigen Leistung anzupassen.

Das wird mich einige Zeit beschäftigen und es liegt weiterhin viel Arbeit vor mir.